Tarifverhandlungen

Gewerkschaft nennt Tarifabschluss „Quantensprung“ - Drastische Verbesserungen für Auszubildende in der Chemischen Industrie vereinbart

Gestern vereinbarten die Tarifpartner in Wiesbaden nach monatelangen Verhandlungen einen Tarifabschluss für die rund 580.000 Beschäftigten in der Chemischen Industrie. Neben 3,6 Prozent Entgeltsteigerungen einigten sich die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie Energie und die Chemiearbeitgeber auf dramatische Einkommensverbesserungen für junge Auszubildende.

Dazu Volker Weber, Landesbezirksleiter der IG BCE Hessen-Thüringen:

„Wir konnten für alle Azubis im 1. und 2. Lehrjahr eine Steigerung der Ausbildungsvergütung von 9 Prozent durchsetzen, im 3. und 4. Lehrjahr gibt es 6 Prozent mehr. Dazu kommt eine Erhöhung des Urlaubsgeldes – das es in vielen anderen Branchen gar nicht gibt – um 56% Prozent. Nach Jahren des Zögerns auf Arbeitgeberseite ist dies ein Quantensprung im Umgang mit dem Branchennachwuchs und macht eine Ausbildung in der Chemischen Industrie noch attraktiver. Das hilft dem immer wieder beklagten Facharbeitermangel entgegenzuwirken.“

Die Gewerkschaft ist deshalb sehr zufrieden mit dem Ergebnis, auch weil weitere Vorhaben vereinbart wurden, um die Arbeitsplätze in der Chemischen Industrie auch in Zukunft attraktiv zu gestalten.

„Wir haben eine sogenannte Roadmap Arbeit 4.0 vereinbart“, so Weber, „mit der wir unseren Mitgliedern langfristig mehr Arbeitszeitsouveränität und variablere Arbeitszeiten ermöglichen. Dazu werden wir gemeinsam in den kommenden Monaten neue Instrumente entwickeln“.

Für den Gewerkschafter ist der aktuelle Tarifabschluss ein Beispiel dafür, „dass die Tarifpartner Deutschland verantwortungsbewusst und kontinuierlich weiter fit für die Zukunft machen, ohne sich von den Unkalkulierbarkeiten der globalen Wirtschaftspolitik irritieren zu lassen.“

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