Veranstaltung zur Künstlichen Intelligenz

Wie wirkt sich KI auf die Zukunft der Arbeit aus?

Was ist Künstliche Intelligenz – und wie wird sie sich auf die Zukunft der Arbeit auswirken? Diese Fragen hatte die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE formuliert und zur Beantwortung Forscher, Entwickler und Betriebsräte nach Berlin eingeladen.

Andrea Vollmer

KI-Veranstaltung in Berlin

 "Die Künstliche Intelligenz (KI) als monolithisches System – die gibt es nicht", stellte Aljoscha Burchardt, Experte für KI und Sprachtechnologie beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, gleich zu Beginn fest. Und fügte hinzu: "Nicht alles, was Digitalisierung ist, ist auch unbedingt KI." 

Viel zu oft würden Begriffe wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Autonome Systeme und Algorithmus so verwendet, als würden sie alle das gleiche Phänomen beschreiben – was beim Austausch etwa von Politikern, Arbeitgebern, Gewerkschaftern und Experten zu Verwirrung führen würde. Selbst die Definition von Künstlicher Intelligenz sei nicht eindeutig. Diese sei deswegen so schwierig zu greifen, wie Norbert Malanowski vom VDI-Technologiezentrum ausführte, da "wir keine Definition von Intelligenz an sich" hätten. Er wies darauf hin, dass das Standardwerk zu Künstlicher Intelligenz allein acht unterschiedliche Beschreibungen bereithält.

Michael Bretschneider-Hagemes vom Arbeitsschutzforum unterstrich die Gefahr, dass in den kommenden Jahren Normierungen geschaffen würden, auf die Arbeitnehmervertreter wenig bis keinen Einfluss hätten, da sie schlicht nicht beteiligt würden. "Es gilt, Terrain zurückzugewinnen", betonte er. Eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, seien der Arbeitsschutz und die Mitbestimmung. Bei allen Sorgen, die mögliche Auswirkungen von KI heraufbeschwören, betonte Bretschneider-Hagemes aber auch: "Die Technik an sich ist nicht böse. Es geht um die Technik in der jeweiligen Anwendung."

Stephan Schenk, der bei der BASF für den Supercomputer Quriosity mitverantwortlich ist, hob hervor, wie wichtig etwa das Bauchgefühl der Chemiker vor Ort sei. Denn die "chemische Intuition" könne der Supercomputer nicht ersetzen. Das sei aber auch nicht die Aufgabe der Anlage. Es ginge vielmehr darum, mehr Ansätze zu untersuchen und den Chemikern mehr Zeit für vielversprechendere Experimente im Labor zu ermöglichen.

Alle Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass Gewerkschaften sich möglichst schnell einschalten sollten, denn sonst würden Standards geschaffen, die eventuell nicht mehr umkehrbar sein könnten. Besonders wichtig sei es, Technologie nicht wie bisher nur in der Rückschau zu bewerten, sondern vorausschauend. "Betriebsräte müssen nicht die besseren Technologen werden", sagte Malanowski, "aber sie brauchen ein Grundverständnis, um mitgestalten zu können."

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